Wer einmal die Polarlichter in Tromsø erlebt hat, möchte diesen Moment natürlich festhalten. Doch viele Besucher stellen nach ihrer ersten Nacht enttäuscht fest, dass ihre Fotos entweder komplett schwarz oder unscharf geworden sind.
Die gute Nachricht: Man braucht keine teure Profi-Ausrüstung, um beeindruckende Bilder der Aurora Borealis zu machen. Mit den richtigen Einstellungen und etwas Vorbereitung gelingen auch Anfängern wunderschöne Aufnahmen.
In diesem Guide zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du Polarlichter in Tromsø fotografierst – egal ob mit einer Spiegelreflexkamera, einer spiegellosen Kamera oder sogar mit dem Smartphone.
Warum sind Polarlichter so schwer zu fotografieren?
Polarlichter bewegen sich ständig. Gleichzeitig ist es nachts sehr dunkel.
Deshalb versucht die Kamera möglichst viel Licht einzufangen. Wird die Belichtungszeit jedoch zu lang, verschwimmen die feinen Strukturen der Aurora.
Das Ziel ist deshalb immer ein Kompromiss zwischen:
- genügend Licht
- möglichst kurzer Belichtungszeit
- geringem Bildrauschen
Schnelle Kameraeinstellungen für Polarlichter
Du möchtest nicht lange nach den richtigen Einstellungen suchen? Diese Werte sind ein hervorragender Ausgangspunkt für die meisten Nächte in Tromsø.
| Situation | ISO | Belichtungszeit | Blende |
|---|---|---|---|
| Schwache Aurora | 3200 | 8–10 Sekunden | f/1.8–2.0 |
| Durchschnittliche Aurora | 1600 | 4–6 Sekunden | f/1.8–2.8 |
| Sehr starke Aurora | 800–1000 | 1–3 Sekunden | f/2.0–2.8 |
Tipp: Beobachte die Bewegung der Polarlichter. Je schneller sie tanzen, desto kürzer sollte die Belichtungszeit sein, damit feine Strukturen sichtbar bleiben.
Die richtige Kamera
Die besten Ergebnisse liefern:
- spiegellose Kameras (Sony, Canon, Nikon, Fujifilm)
- Spiegelreflexkameras (DSLR)
Wichtig ist vor allem, dass sich Belichtungszeit, ISO und Blende manuell einstellen lassen.
Auch ältere Kameramodelle liefern oft hervorragende Ergebnisse.
Welche Objektive eignen sich am besten?
Für Polarlichter eignen sich lichtstarke Weitwinkelobjektive besonders gut. Sie erfassen einen großen Teil des Himmels und lassen viel Licht auf den Sensor.
Beliebte Objektive sind zum Beispiel:
- Sony 20 mm f/1.8 G
- Sony 14 mm f/1.8 GM
- Canon RF 15–35 mm f/2.8
- Nikon Z 20 mm f/1.8 S
- Sigma 14 mm f/1.4 DG DN Art
Natürlich musst du kein Profi-Objektiv besitzen. Auch viele Kit-Objektive liefern schöne Ergebnisse – lediglich mit etwas längeren Belichtungszeiten.
Die wichtigsten Kameraeinstellungen
Diese Werte funktionieren in den meisten Nächten rund um Tromsø sehr gut.
| Einstellung | Empfehlung |
|---|---|
| Modus | Manuell (M) |
| Blende | f/1.4–2.8 |
| ISO | 800–3200 |
| Belichtungszeit | 2–10 Sekunden |
| Fokus | Manuell auf Unendlich |
| Dateiformat | RAW |
Je stärker sich die Polarlichter bewegen, desto kürzer sollte die Belichtungszeit sein.

RAW oder JPEG?
Wenn deine Kamera RAW unterstützt, solltest du dieses Format immer verwenden.
RAW-Dateien speichern deutlich mehr Bildinformationen als JPEGs. Dadurch kannst du später Belichtung, Farben, Weißabgleich und Kontrast wesentlich besser bearbeiten, ohne an Bildqualität zu verlieren.
Für Social Media genügt JPEG zwar oft, für die schönsten Polarlichtfotos empfehlen wir jedoch eindeutig RAW.
Weißabgleich
Den Weißabgleich kannst du entweder auf Automatik lassen oder manuell zwischen 3.500 und 4.000 Kelvin einstellen.
Da du idealerweise im RAW-Format fotografierst, lässt sich der Weißabgleich später jederzeit ohne Qualitätsverlust anpassen.
Fokus richtig einstellen
Der Autofokus funktioniert nachts meist nicht zuverlässig.
Deshalb:
- Autofokus ausschalten.
- Auf einen hellen Stern oder ein weit entferntes Licht fokussieren.
- Anschließend den Fokus auf manuell stellen.
Vor jeder Tour empfiehlt sich ein kurzer Test.
Stativ nicht vergessen
Ein stabiles Stativ ist fast wichtiger als die Kamera selbst.
Bereits kleinste Bewegungen machen das Bild unscharf.
Zusätzlich hilfreich:
- Fernauslöser
- 2-Sekunden-Selbstauslöser
- Ersatzakku
Akkus warm halten
Arktische Temperaturen reduzieren die Akkuleistung erheblich.
Unser Tipp:
- Ersatzakkus in der Jackentasche tragen
- Akku erst kurz vor dem Fotografieren wechseln
- Nicht benötigte Kamera im Rucksack transportieren
Bei Temperaturen unter -20 °C können Akkus deutlich schneller leer werden – besonders wenn wir auf der Nordlichtsuche bis nach Finnland unterwegs sind. In Tromsø selbst sind solche Temperaturen eher selten, im Inland jedoch durchaus möglich.
Die richtige Kleidung zum Fotografieren
Beim Fotografieren der Polarlichter steht man oft längere Zeit draußen – manchmal bei eisigem Wind oder Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt.
Ziehe dich deshalb im Zwiebelprinzip an und denke an:
- warme Winterstiefel
- dicke Wollsocken
- Mütze und Handschuhe
- mehrere Kleidungsschichten
- Handwärmer für besonders kalte Nächte
Selbst wenn es in Tromsø nur wenige Minusgrade hat, kann es durch Wind deutlich kälter wirken. Fahren wir während der Nordlichtsuche ins Inland oder nach Finnland, sind Temperaturen von -20 bis -30 °C keine Seltenheit.
👉 Lies auch unseren Guide „Was gehört in den Koffer für Tromsø?“
Polarlichter mit dem Smartphone fotografieren
Moderne Smartphones überraschen heute mit erstaunlich guten Nachtaufnahmen.
Besonders gut geeignet sind aktuelle Modelle von:
- Apple
- Google Pixel
- Samsung
Tipps:
- Nachtmodus aktivieren
- Handy möglichst ruhig halten oder ein kleines Stativ verwenden
- 3–10 Sekunden Belichtung wählen (falls möglich)
- RAW aktivieren, wenn verfügbar
Viele aktuelle Smartphones erkennen Polarlichter inzwischen automatisch.
Kamera oder Smartphone?
| Kamera | Smartphone |
| Beste Bildqualität | Sehr einfach zu bedienen |
| Manuelle Einstellungen | Nachtmodus automatisch |
| RAW-Unterstützung | RAW je nach Modell |
| Große Ausdrucke möglich | Ideal für Social Media |
| Lichtstarke Objektive | Beeindruckende Ergebnisse bei moderner Hardware |
Ein aktuelles Smartphone reicht für viele Reisende vollkommen aus. Wer jedoch möglichst detailreiche Aufnahmen machen oder große Bilder drucken möchte, erzielt mit einer Kamera weiterhin die besten Ergebnisse.
Bildbearbeitung – weniger ist oft mehr
Auch hervorragende Polarlichtfotos profitieren häufig von einer dezenten Nachbearbeitung.
Beliebte Programme sind:
- Adobe Lightroom
- Adobe Photoshop
- DxO PhotoLab
Achte darauf, Farben und Kontrast nicht zu stark zu übertreiben. Polarlichter wirken oft am schönsten, wenn die Bearbeitung natürlich bleibt.
Die besten Bedingungen für gute Fotos
Neben der Kamera spielt auch das Wetter eine entscheidende Rolle.
Ideal sind:
- klarer Himmel
- wenig Lichtverschmutzung
- starke Sonnenaktivität
- dunkle Umgebung
- Geduld
Selbst bei guter Aurora kann eine Wolkendecke sämtliche Sicht verhindern.
Polarlichter fotografieren – Monat für Monat
Die Chancen auf gute Fotos unterscheiden sich je nach Jahreszeit.
| Monat | Fotobedingungen |
| September | ⭐⭐⭐⭐☆ |
| Oktober | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| November | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Dezember | ⭐⭐⭐⭐☆ |
| Januar | ⭐⭐⭐⭐☆ |
| Februar | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| März | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
Besonders im Februar und März sind die Bedingungen oft ideal: längere Tage, häufiger stabiles Wetter und noch ausreichend dunkle Nächte.
Die besten Orte rund um Tromsø
Viele bekannte Fotospots liegen außerhalb der Stadt.
Beliebte Regionen sind:
- Ersfjord
- Grøtfjord
- Kattfjordeidet
- Sommarøy
- verschiedene Täler im Inland
Welche Orte in einer bestimmten Nacht geeignet sind, hängt immer von der aktuellen Wetterlage ab. Deshalb fahren erfahrene Guides oft dorthin, wo die größten Chancen auf klaren Himmel bestehen – manchmal nur 40 Minuten von Tromsø entfernt, manchmal mehrere Stunden bis ins Inland oder nach Finnland.
Warum professionelle Nordlichttouren oft bessere Fotos ermöglichen
Viele Besucher unterschätzen, wie schwierig es ist, den richtigen Ort zu finden.
Lokale Guides beobachten:
- Wettermodelle
- Satellitenbilder
- Wolkenbewegungen
- Sonnenaktivität
- lokale Mikroklimata
Dadurch steigen die Chancen erheblich, die Aurora überhaupt zu sehen – und damit auch zu fotografieren.
Viele Touren stellen außerdem Stative, Wärmeschutz oder professionelle Fotos zur Verfügung.
Häufige Fehler
Vermeide diese typischen Anfängerfehler:
- Autofokus eingeschaltet lassen
- zu lange Belichtungszeit
- ISO unnötig hoch einstellen
- ohne Stativ fotografieren
- Kamera im Automatikmodus verwenden
- Ersatzakku vergessen
Schon kleine Änderungen können einen großen Unterschied machen.
Fazit
Polarlichter zu fotografieren ist einfacher, als viele denken. Mit einer manuellen Kamera, einem Stativ und den richtigen Einstellungen gelingen bereits in der ersten Nacht beeindruckende Aufnahmen.
Und falls das Fotografieren nicht im Mittelpunkt stehen soll, vergiss nicht, zwischendurch die Kamera beiseitezulegen. Die Aurora Borealis mit eigenen Augen zu erleben, bleibt meist die schönste Erinnerung an eine Reise nach Tromsø.
Unsere Erfahrung aus über 150 Nächten pro Saison
Jeden Winter verbringen wir unzählige Abende auf der Suche nach klarem Himmel und Polarlichtern. Unsere Guides helfen Gästen fast täglich dabei, ihre Kamera oder ihr Smartphone optimal einzustellen.
Oft reichen schon kleine Änderungen bei ISO, Fokus oder Belichtungszeit aus, um aus einem dunklen oder unscharfen Foto eine beeindruckende Aufnahme zu machen. Deshalb unterstützen wir unsere Gäste während der gesamten Tour gerne mit praktischen Tipps – unabhängig davon, ob sie eine Profi-Kamera oder nur ihr Smartphone dabeihaben.
FAQ
Welche Kamera eignet sich am besten für Polarlichter?
Jede Kamera mit manuellen Einstellungen eignet sich. Besonders gute Ergebnisse liefern spiegellose Kameras oder DSLRs mit einem lichtstarken Weitwinkelobjektiv.
Welche Belichtungszeit sollte ich verwenden?
Meist funktionieren 2 bis 10 Sekunden. Bei schnell tanzenden Polarlichtern sind kürzere Belichtungszeiten besser.
Welche ISO ist ideal?
Je nach Helligkeit der Aurora sind ISO 800 bis 3200 ein guter Ausgangspunkt.
Kann man Polarlichter mit dem Handy fotografieren?
Ja. Moderne Smartphones mit Nachtmodus können beeindruckende Ergebnisse liefern, besonders mit einem kleinen Stativ.
Brauche ich unbedingt ein Stativ?
Ja. Ohne Stativ werden Nachtaufnahmen fast immer unscharf.
Fotografiert ihr auf euren Touren auch Gäste?
Ja. Auf unseren Northern Lights Tours machen unsere Guides während der Tour professionelle Erinnerungsfotos der Gäste unter den Polarlichtern. Diese stellen wir nach der Tour kostenlos zum Download zur Verfügung. Natürlich kannst du jederzeit auch deine eigene Kamera oder dein Smartphone verwenden.
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Polarlichter erleben statt nur fotografieren
Die besten Fotos entstehen dort, wo der Himmel klar ist. Auf unseren Northern Lights Tours verfolgen wir die aktuellen Wetter- und Wolkenprognosen und fahren dorthin, wo die Chancen auf Polarlichter am höchsten sind. Unterwegs helfen wir dir gerne bei den Kameraeinstellungen und geben praktische Tipps für bessere Aurora-Aufnahmen.
👉 Entdecke unsere Northern Lights Tours und halte unvergessliche Momente unter dem arktischen Himmel fest.





